Vom Stereotypen zum Vorurteil

Deutschland – Frankreich – Türkei

Das Projekt

Welche Rolle spielt Diskriminierung im Alltag junger Menschen? Inwiefern ist die junge Generation konfrontiert mit Ungleichbehandlung und Stigmatisierungen in der Schule, in der Ausbildung oder bei ersten Erfahrungen in die Arbeitswelt und dem Einstieg ins Berufsleben? Was sind spezifische Herausforderungen und Schwierigkeiten zur Bekämpfung von Ungleichheiten in einer vielfältigen und modernen Gesellschaft?

Menschen erleben immer wieder, ungleich behandelt zu werden und Ausgrenzungs- und Diskriminierungsmechanismen sind in unseren heutigen Gesellschaften weit verbreitet. Oft verbindet sich Ungleichbehandlung mit abwertendem sprechen, d.h., den anderen werden Merkmale zugeschrieben, die eine Ungleichbehandlung rechtfertigen sollen. Menschen werden aufgrund tatsächlicher oder ihnen zugeschriebener Merkmale unrechtmäßig diskriminiert und benachteiligt. Ihnen werden dann Rechte verwehrt, die andere für sich selbst ganz fraglos in Anspruch nehmen.

Das Projekt „Vom Stereotypen zum Vorurteil“ soll diese Debatte auf internationaler Ebene anregen und mit Jugendlichen aus verschiedenen Ländern über ihre Erfahrungen diskutieren. Dabei möchten wir besonders auf die Ungleichbehandlung, Ausgrenzung oder Diskriminierung aufgrund des Geschlechtes und den damit verbundenen Rollenzuschreibungen aufmerksam machen.

Denn es sind weiterhin überwiegend traditionelle Rollenbilder, die auf einen Großteil der jungen Generation einwirken. Schließlich wachsen Kinder auch heute noch unter Bedingungen auf, in denen sie aufgrund ihres biologischen Geschlechts mit bestimmten gesellschaftlichen Platzanweisern konfrontiert sind. Mit Zuschreibungen und Erwartungen, aus denen kaum ein Entrinnen ist, und die auf mehr oder weniger sichtbare Art und Weise durchgesetzt werden.

So erhalten Mädchen im Durchschnitt weniger Taschengeld als ihre Brüder, müssen aber mehr im Haushalt helfen. Es gibt klare Vorstellungen, wie Freundschaften und rollenkonformes Verhalten in Freundschaften zwischen Mädchen oder zwischen Jungen auszusehen haben, klare Erwartungen bei der Wahl eines Ausbildungs- oder Studienplatzes und klare Auffassungen zu zum Teil irrealen Körperbildern, die viel zu selten hinterfragt werden.

Wer macht welchen Sport? Welche Hobbies sind okay?

Die Besonderheit dieses Projekts besteht darin, dass es eine Gruppe zusammenbringt, die nur aus jungen Mädchen besteht: eine Gruppe von Teilnehmerinnen aus Marseille sowie junge Mädchen aus Berlin und den zwei großen Städten der Türkei, Ankara und Diyarbakir. Es geht darum, ein interkulturelles Projekt in drei Phasen auf die Beine zu stellen und sich dabei mit den Themen Diskriminierung, Vorurteile, Chancengleichheit und Vielfalt zu beschäftigen. Dabei soll der geschützte Rahmen einer reinen Mädchengruppe den Vorteil bieten, sich offen über Gemeinsamkeiten und Unterschiede auszutauschen. Unter Mädchen können sie über gemeinsame Probleme und ihren Platz in der Familie und ihrem sozialen Umfeld sprechen, ohne die Sorge, negativen Rückmeldungen und Urteilen von Freunden oder Familienmitgliedern zu erhalten.

Die Daten und Orte

 Phase I:Marseille – vom 06/07/2019 bis zum 13/07/2019
Phase II:Afacan / Izmir – vom 19/10/2019 bis zum 26/10/2019
Phase III:Berlin – in den Osterferien 2020 

Die Teilnehmerinnen

Das Projekt richtet sich an junge Teilnehmerinnen zwischen 17 und 21 Jahren, die nur wenig Zugang zu internationalen Mobilitätsprogrammen haben und die motiviert sind, Jugendliche anderer Partnerländer zu treffen. Die Gruppe wird gemeinsam drei Projektphasen miteinander verbringen. Da auf allen Projektphasen Dolmetscher*innen anwesend sein werden, sind keinerlei sprachliche Vorkenntnisse erforderlich.